Allergenkennzeichnung in China: GB 7718-2024 ab März 2027

Einleitung
China überarbeitet seine Lebensmittelkennzeichnung grundlegend. Der neue nationale Standard GB 7718-2024 wurde 2024 verabschiedet und tritt am 27. März 2027 in Kraft — mit einer Neuerung, die für alle Unternehmen mit China-Bezug relevant ist: erstmals verbindliche Regeln für die Allergenkennzeichnung auf vorverpackten Lebensmitteln.
Für europäische Lebensmittelhersteller, die nach China exportieren, ist dies eine regulatorische Pflichtaufgabe mit klarem Zeitplan. Aber auch für chinesische Gastronomen in Europa, internationale Restaurantketten und Betriebe, die zunehmend chinesische Gäste empfangen, ist ein Grundverständnis des neuen Standards sinnvoll. Wer frühzeitig handelt, vermeidet Lieferengpässe, Etikettenfehler und behördliche Beanstandungen.
GB 7718-2024: Was ist der neue Standard?
GB 7718 ist Chinas nationaler Standard für die Kennzeichnung vorverpackter Lebensmittel (预包装食品标签通则, Yù bāozhuāng shípǐn biāoqiān tōngzé). Der aktuelle Standard stammt aus dem Jahr 2011 (GB 7718-2011) und wird durch die neue Version vollständig ersetzt.
Herausgeber ist die SAMR (State Administration for Market Regulation, 国家市场监督管理总局) — Chinas zentrale Marktaufsichtsbehörde, die für Lebensmittelsicherheit, Standardisierung und Verbraucherschutz zuständig ist. GB 7718 ist kein freiwilliger Industriestandard, sondern ein verpflichtender nationaler Standard (强制性国家标准, qiángzhìxìng guójiā biāozhǔn): Alle in China verkauften oder nach China importierten vorverpackten Lebensmittel müssen ihn erfüllen.
Die bedeutsamste inhaltliche Neuerung gegenüber dem Standard von 2011 betrifft die Allergenkennzeichnung: Während bisher in China Allergenhinweise empfohlen, aber nicht verbindlich vorgeschrieben waren, führt GB 7718-2024 nach aktuellen Informationen erstmals bindende Deklarationspflichten ein. Damit nähert sich China dem Ansatz der EU und der USA an.
Inkrafttreten 27. März 2027 — Übergangsfristen im Überblick
Der neue Standard GB 7718-2024 wurde 2024 veröffentlicht und tritt am 27. März 2027 vollständig in Kraft. Die Übergangsperiode von knapp drei Jahren gibt Unternehmen Zeit, Rezepturen zu prüfen, Etiketten anzupassen und interne Prozesse umzustellen.

Für die Praxis gilt: Produkte, die vor dem Stichtag 27. März 2027 produziert und etikettiert wurden, dürfen nach chinesischem Recht noch abverkauft werden — auch wenn sie den neuen Standard noch nicht vollständig erfüllen. Ab dem Stichtag hingegen müssen alle neu produzierten Lebensmittel konform sein. Importeure und Exporteure sollten beachten, dass Produktionsdate und Importzeitpunkt auseinanderfallen können — eine frühzeitige Umstellung ist daher ratsam, um Lieferkettenproblemen vorzubeugen.
Chinas Allergenliste im Vergleich zu EU-14 und US Top 9
Nach aktuellen Informationen umfasst die chinesische Allergenliste unter GB 7718-2024 die weltweit bedeutsamsten Hauptallergene — mit einigen bemerkenswerten Unterschieden zu EU und USA:
| Allergen | EU (14) | USA (9) | China (GB 7718-2024) |
|---|---|---|---|
| Getreide mit Gluten / Weizen | ✓ | ✓ (nur Weizen) | ✓ |
| Krebstiere | ✓ | ✓ | ✓ |
| Eier | ✓ | ✓ | ✓ |
| Fisch | ✓ | ✓ | ✓ |
| Erdnüsse | ✓ | ✓ | ✓ |
| Sojabohnen | ✓ | ✓ | ✓ |
| Milch | ✓ | ✓ | ✓ |
| Schalenfrüchte (Nüsse) | ✓ | ✓ | ✓ |
| Sesam | ✓ | ✓ | ✓ (nach aktuellen Informationen) |
| Sellerie | ✓ | — | — |
| Senf | ✓ | — | — |
| Lupinen | ✓ | — | — |
| Weichtiere | ✓ | — | — |
| Schwefeldioxid/Sulfite | ✓ | — | — |
Was China anders macht als die EU:
Erstens verwendet China — ähnlich wie die USA — keine übergeordnete Kategorie „glutenhaltiges Getreide“, sondern bezieht sich auf spezifische Getreidearten. Roggen, Gerste und Hafer könnten damit nicht automatisch unter dieselbe Deklarationspflicht fallen wie Weizen.
Zweitens kennt China keine Entsprechungen zu den EU-spezifischen Allergenen Sellerie, Senf, Lupinen, Weichtiere und Sulfite — diese müssen in China nach aktuellen Informationen nicht separat als Hauptallergene deklariert werden.
Drittens sind Spurenkennzeichnungen in China nach bisherigem Standard freiwillig. Ob GB 7718-2024 hier Änderungen bringt, ist nach aktuellem Stand nicht abschließend geklärt. Exporteure sollten ihre Etikettentexte deshalb sorgfältig mit einem auf China spezialisierten Rechtsberater abstimmen.
Einen systematischen Dreifach-Vergleich EU — USA — China finden Sie unter Vergleich EU vs. USA vs. China.SAMR-Regulierung und Durchsetzung
Die SAMR (国家市场监督管理总局) ist Chinas zentrale Behörde für Lebensmittelsicherheit und Kennzeichnungsstandards. Sie erlässt nationale Standards, koordiniert die Überwachung und kann bei Verstößen Maßnahmen einleiten. Die praktische Durchsetzung erfolgt jedoch primär auf Provinzebene durch lokale Marktaufsichtsbehörden — was in der Praxis zu regionalen Unterschieden bei der Kontrolldichte und den Reaktionszeiten führen kann.
Die rechtliche Grundlage für Sanktionen bildet das chinesische Lebensmittelsicherheitsgesetz (食品安全法, Shípǐn ānquán fǎ), zuletzt aktualisiert 2021. Es sieht bei Kennzeichnungsverstößen Bußgelder, den Entzug von Betriebslizenzen und in schwerwiegenden Fällen strafrechtliche Konsequenzen vor. Die Strafen können erheblich sein: Bußgelder bei schweren Verstößen können das Fünffache des illegalen Erlöses übersteigen.
Im Vergleich zur EU ist das chinesische System in der Kennzeichnungspraxis weniger harmonisiert — die Entscheidungshoheit liegt stärker bei den lokalen Behörden. Gleichzeitig nimmt der Vollzugsdruck in China zu, insbesondere bei importierten Lebensmitteln, die an der Grenze zollamtlich geprüft werden. Nicht konforme Etiketten können zur Zurückweisung ganzer Lieferchargen führen.
Auswirkungen für europäische Exporteure und internationale Betriebe
Für europäische Lebensmittelhersteller, die nach China exportieren, ist GB 7718-2024 eine klare regulatorische Pflichtaufgabe. Etiketten müssen bis März 2027 auf den neuen Standard umgestellt sein. Da Produktions- und Importzeitpunkte auseinanderliegen können, empfiehlt sich eine interne Deadline deutlich vor dem 27. März 2027 — idealerweise bereits 2025 oder früh 2026.
Chinesische Restaurantketten in Europa, die Zutaten oder Halbfertigprodukte zwischen EU und China bewegen, befinden sich in einer Doppel-Compliance-Situation: Sie müssen sowohl die EU-LMIV als auch den chinesischen GB-Standard erfüllen — je nach Produktionsort und Bestimmungsland. Das erfordert ein Etikettenmanagement, das beide Anforderungen parallel abbilden kann.
**Chinesische Touristen in Europa** haben durch die Einführung verbindlicher Allergenstandards in China ein wachsendes Bewusstsein für Allergenkennzeichnung entwickelt. Für europäische Restaurants mit chinesischer Küche oder hohem Anteil chinesischer Gäste ist eine klare, verständliche Allergendeklaration — idealerweise ergänzt durch chinesischsprachige Informationen — ein nachweisbarer Qualitäts- und Vertrauensfaktor. Wie Sie Allergenkennzeichnung praktisch umsetzen, zeigt Allergenkennzeichnung umsetzen.Wie Sie sich jetzt vorbereiten
Für alle Betriebe mit China-Bezug empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen in drei Schritten:
1. Chinesische Allergenliste kennen: Prüfen Sie, ob die Zutaten Ihrer Produkte unter die Deklarationspflicht nach GB 7718-2024 fallen — und wo Abweichungen zur EU-Liste bestehen. Beauftragen Sie bei Bedarf einen auf China spezialisierten Lebensmittelrechtsberater.
2. Etiketten-Compliance prüfen: Gleichen Sie Ihre bestehenden Etiketten für den chinesischen Markt mit den neuen Anforderungen ab. Berücksichtigen Sie dabei sowohl die Pflichtangaben als auch die Kennzeichnungsformate.
**3. Software einsetzen, die mehrere Rechtsräume abdeckt:** Manuelle Parallelführung von EU-, US- und China-Anforderungen ist fehleranfällig. Eine digitale Lösung, die alle drei Systeme abbildet, reduziert das Compliance-Risiko erheblich. Wie ChinaYung dabei hilft, erfahren Sie unter Digitale Allergenkennzeichnung.Allergenkennzeichnung automatisch erledigen
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Häufige Fragen
Was regelt das chinesische Gesetz GB 7718-2024?
GB 7718-2024 ist der neue nationale Standard für die Kennzeichnung vorverpackter Lebensmittel in China (预包装食品标签通则). Er wird von der SAMR (国家市场监督管理总局) herausgegeben und ersetzt den bisherigen Standard GB 7718-2011, der seit 2011 in Kraft war. Der Standard gilt für alle in China hergestellten und nach China importierten vorverpackten Lebensmittel — ohne Ausnahme für importierte Waren.
Die wichtigste Neuerung betrifft die Allergenkennzeichnung: Nach aktuellen Informationen führt GB 7718-2024 erstmals verbindliche Regeln für die Deklaration von Hauptallergenen auf vorverpackten Lebensmitteln ein. Bisher waren Allergenhinweise in China empfohlen, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Mit dem neuen Standard nähert sich China den globalen Standards der EU und der USA an und signalisiert damit, dass der Verbraucherschutz bei Lebensmittelallergien auch in China zur gesetzlich gesicherten Pflicht wird.
Ab wann gilt die neue Allergenkennzeichnung in China?
Der neue Standard GB 7718-2024 tritt am 27. März 2027 vollständig in Kraft. Unternehmen haben damit seit der Veröffentlichung des Standards im Jahr 2024 eine Übergangsperiode von knapp drei Jahren, um ihre Produkte, Etiketten und internen Prozesse anzupassen. Produkte, die vor dem Stichtag 27. März 2027 rechtmäßig produziert und etikettiert wurden, dürfen nach chinesischem Recht noch abverkauft werden — auch wenn sie den neuen Standard noch nicht vollständig erfüllen.
Für Exporteure nach China bedeutet das: Frühzeitig umstellen, um Lieferengpässe und Rückweisungen an der Grenze zu vermeiden. Da Produktionsdatum und Importzeitpunkt auseinanderliegen können, empfiehlt sich eine interne Umstellungsdeadline deutlich vor dem offiziellen Stichtag — idealerweise Ende 2025 oder Anfang 2026. Wer bis kurz vor dem 27. März 2027 wartet, riskiert, dass laufende Produktchargen nicht mehr rechtzeitig angepasst werden können.
Welche Allergene müssen in China deklariert werden?
Die Allergenliste unter GB 7718-2024 umfasst nach aktuellen Informationen die global bedeutsamsten Hauptallergene: Getreide mit Gluten, Krebstiere, Fisch, Eier, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte und — nach aktuellen Informationen — Sesam. Damit ist die chinesische Liste ähnlich aufgebaut wie die US Top 9, aber nicht identisch.
Im Vergleich zur EU fehlen in China die spezifischen Kategorien Sellerie, Senf, Lupinen, Weichtiere und Schwefeldioxid/Sulfite. Außerdem verwendet China — ähnlich wie die USA — nicht den EU-Oberbegriff „glutenhaltiges Getreide“ für alle relevanten Getreidesorten, sondern bezieht sich auf spezifische Arten. Das bedeutet: Ein Produkt, das in der EU vollständig allergenkonform etikettiert ist, muss in China nicht zwingend denselben Standard erfüllen — und umgekehrt. Für Exporteure nach China ist daher eine eigene Compliance-Prüfung unerlässlich.
Betrifft das chinesische Allergen-Gesetz auch Restaurants in Europa?
Direkt betroffen sind in erster Linie Hersteller vorverpackter Lebensmittel, die in China verkauft oder nach China exportiert werden. GB 7718 gilt nicht für Restaurantbetriebe in Europa — hier greift die EU-LMIV. Indirekt sind jedoch mehrere Gruppen betroffen: Europäische Lebensmittelhersteller, die nach China exportieren, müssen den neuen Standard bis März 2027 erfüllen. Chinesische Restaurantketten in Europa, die Zutaten oder verarbeitete Produkte zwischen den Märkten bewegen, müssen beide Systeme beherrschen.
Darüber hinaus wächst unter chinesischen Touristen und Expats in Europa das Bewusstsein für Allergenkennzeichnung, bedingt durch die zunehmende Regulierung im Heimatmarkt. Für europäische Restaurants mit chinesischer Küche oder hohem Anteil chinesischsprachiger Gäste kann eine klare, zugängliche Allergendeklaration — idealerweise auch auf Chinesisch — ein wichtiger Vertrauens- und Qualitätsfaktor sein. Der indirekte Effekt ist also real, auch wenn keine direkte Rechtspflicht entsteht.
Zuletzt aktualisiert: 2026 · ChinaYung — Allergenkennzeichnung für die Gastronomie
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